Hinweise für Nutzer, Bewohner & Eigentümer

von Aufenthaltsräumen in Weißen Wannen

 

Generell


Weiße Wannen sind Bauwerke aus Stahlbeton, die ohne zusätzliche Abdichtung in Form einer Bitumenbahn oder eines zusätzlichen Anstrichs abgedichtet werden; d.h. der Werkstoff Beton übernimmt alleine die Schutzfunktion der Abdichtung gegen die verschiedenen Arten des „Wasserangriffs".

Daraus ergeben sich für die Nutzung verschiedene Aspekte, die zu berücksichtigen sind.

 

 

Schrankstellung


Betonwände von Aufenthaltsräumen in Kellern weisen oft tiefere Oberflächentemperaturen auf und es fehlt auch oft der Feuchtigkeitspuffer, wie dies bei einer verputzten Wand der Fall wäre.

Daher sollen Wandschränke immer in einem Abstand von etwa 50 mm zur Wand aufgestellt und befestigt werden, auch wenn dies einen Mehraufwand erfordert. Durch diesen Wandspalt wird eine Luftzirkulation ermöglicht, die zum einen Feuchtigkeit abtransportiert wie auch die Wände aufwärmt.

 

 

Lagerung feuchteempfindlicher Gegenstände


Aufenthaltsräume in Kellern von Weißen Wannen können insgesamt höhere Luftfeuchten aufweisen, so dass das Lagern von feuchteempfindlichen Gegenständen (Gemälde, Drucke, Stilmöbel, Briefmarken, Fotos usf.) nur bei gleichzeitiger Klimatisierung möglich ist.

Darauf sollte man achten.

 

 

Lichtschächte


Im Fall von hohen möglichen Grundwasserständen ist u.U. auch ein besonderes Augenmerk auf die Entwässerung der Lichtschächte und der Kellerabgänge zu legen.

Bei starken Niederschlägen kann es bei diesen „gefangenen" Bauteilen/Räumen bei nicht vorhandener separater Entwässerung zu Überflutungen der anliegenden Räume kommen.

Gegebenenfalls sind hier Sonderkonstruktionen (Pumpen, Zusatzentwässerungseinrichtung usf.) notwendig.

 

 

Nachträgliche Durchdringungen


Wände von Weißen Wanden dürfen wegen ihrer Abdichtungsfunktion auch nur mit speziellen Durchdringungen durchbohrt werden (z.B. nachträgliches Legen einer Gartenbewässerung, Verlegen von Installationsleitungen bei Neubau eines Bads im Keller o.ä.).

Weisen Sie den von Ihnen beauftragten Unternehmer/Handwerker darauf hin.

 

 

Hebeanlagen


Hebeanlagen dienen dazu, das im Keller anfallende Schmutzwasser über die Ebene der Straßenkanalisation anzuheben und das Schmutzwasser dahin abzuführen. Hebeanlagen bedürfen der Wartung und sollten alle 6 Monate (oder bei Bedarf öfter) auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden.

 

 

Lüftung


Bezüglich des Lüftungsverhaltens gilt unabhängig von der Art des Kellers (Weiße Wanne oder nicht), dass man im Fall hoher Luftfeuchten (z.B. schwülwarme Sommerluft) ein Dauerlüften des Kellers verhindern muss. Schwülwarme Sommerluft mit 30° C und 70 % relativer luftfeuchte schlägt sich an allen Bauteilen, die etwa 24° C warm sind in Form von Tauwasser nieder; es entsteht sogenanntes Kondensat.

Durch Dauerlüften würde die feuchte Außenluft an den kühleren Kellerwänden als Tauwasser kondensieren und so zu Feuchteproblemen (Farbausblühungen bis Schimmel) führen.

Daher sollten Keller tagsüber im Sommer nur kurz gelüftet werden und eine Dauerlüftung (z.B. durch schräg gestellte Fenster) vermieden werden. Dies bezieht sich i.W. auf Waschräume, die zum Wäschetrocknen verwendet werden.

Nachts besteht diese Gefahr weniger (z.B. für Schlafräume im Keller).

Der „Nebelfall" im November mit 10 °C Lufttemperatur und 95 % relativer Luftfeuchte hat beispielsweise eine Taupunkttemperatur von ca. 9 °C. Hierbei ist es viel unwahrscheinlicher, dass Wasser als Tauwasser ausfällt, da Wandoberflächen bei dieser Witterung meist noch nicht 9°C kalt sind. Der „Nebelfall" im November ist daher weniger schädlich als der Fall schwülwarmer Sommerluft.

 

 

Risse


Alle Stahlbetonbauteile (Wände, Bodenplatten usf.) weisen Risse auf. Risse sind eine immanente Eigenschaft der Stahlbetonbauweise. Um Risse in Anzahl, Lage und Größe zu begrenzen, wird Stahlbewehrung eingelegt.

Kleinere Risse mit Rissbreiten von 0,10 mm bis 0,15 mm sind optisch kaum erkennbar und auch bei üblichen Belastungen niemals wasserführend.

Sollten größere Risse auftreten, so können diese verpresst werden. Dies ist eine technisch richtige Instandsetzung und keineswegs „als Pfusch am Bau" anzusehen.

 

 

Weitere Infos


Die hier gegebenen Hinweise sind als allgemeine Anregungen zu verstehen. Speziellere Hinweise, Erläuterungen sowie weitere Informationen gebe ich gerne telefonisch unter
Tel. 08141 - 63526 oder aktuell unter www.dialer.de.

 

Emmering, Herbst 2009

 

                     Dr.-Ing. C. Dialer

Zertifizierter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden

 

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