Bemerkungen zu Sanierputzen
Sanierputze sind Putze, die i.d.R. aus mineralischen Bindemitteln und Zuschlägen bestehen. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Putzen durch den größeren Porenvolumenraum, der das Auskristallisieren von Salzen ermöglichen soll. Darüber hinaus weisen Sanierputze eine große Dampfdurchlässigkeit bei gleichzeitig geringer kapillarer Saugfähigkeit auf.
Die Putzoberfläche bleibt dadurch trocken und frei von Salzausblühungen. Das Merkblatt der WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) 2-2-91 definiert die Randbedingungen für den sogenannten Sanierputz-WTA. Prüfung und Fremdüberwachung erfolgen ansonsten gemäß DIN 18557 "Werkmörtel". Nachfolgend werden Allgemeinpunkte aufgelistet, die generell gelten.
Dennoch können einzelne Herstellerforderungen davon abweichen.
Grundsatz
- Die Putzstärke soll etwa 2 – 3 cm betragen
- kein Zusatzprodukt darf die wasserabweisende, wasserdampfdurchlässige Eigenschaft negativ beeinflussen
Untergrundvorbereitung
- alten Putz, Tapetenreste, Farbreste, Reste von Abdichtungsbeschichtungen und –bahnen entfernen
- Mauerwerksfugen ca. 2 cm tief auskratzen
- eventuell Mauerwerksverband neu erstellen, Steine ergänzen
- Flächen gegebenenfalls mit Bürsten, Druckluft oder mittels Sandstrahlen reinigen. Keinesfalls zusätzliches Wasser in den Untergrund über Dampfstrahlen oder gar Hochdruckwasserstrahlen aufbringen.
- Haftspritzbewurf halbdeckend (um keine Dichtungsebene zu erzeugen) anwerfen und ca. 1 Woche antrocknen lassen; keinesfalls Dichtungsschlämmen aufbringen
Verarbeitung
- Sanierputze nicht unter + 5° C verarbeiten
- sauberes Wasser zum Anrühren der Werktrockenmörtel verwenden
- Siloware auf "Knollen"bildung überprüfen
- Mischungsverhältnisse gemäß Herstellerangaben beachten
- Putzstärken etwa 2 bis 3 cm je nach Salzbelastung; (alte Regel für Standzeiten etwa 1 Tag pro mm Dicke; besser 28 Tagefestigkeit)
- in Fällen von Rissüberbrückung: Armierungsgewebe in unteres Putzstärkendrittel legen, auf ausreichende Überdeckung achten
Nachbehandlung
- Sanierputz ebnen und bei beginnender Erhärtung Oberfläche mittels feinporigem Schwamm abscheiben.
- Gewerk vor starker Sonneneinstrahlung und Wind schützen
- in Innenräumen nicht stark heizen
- hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden (Lüften, Kondensattrockner etc.)
Farb- und Oberflächengestaltung
- Ist ein späterer Oberputz vorgesehen, Sanierputz rauh belassen oder aufkämmen.
- Schlussbeschichtung darf die hohe Dampfdurchlässigkeit des Sanierputzes nicht behindern
- im Außenbereich darf die wasserabweisende Wirkung nicht beeinträchtigt werden.
- Sanierschlämmen, Sanierglätten (zum Angleichen an die vorhandene Putzstruktur), wasserabweisende Silikonharzfarben eignen sich je nach Herstellerangaben